Am Dienstagnachmittag des 19.05.2020 wurde die FF Eppendorf mit GKW und GWR3 nach HH-Langenhorn gerufen. Die Freiwillige Feuerwehr Langenhorn war zuvor zu einem Baum in schwieriger Lage alarmiert worden und hatte aufgrund dessen und wegen der schwierigen Zuwegung zunächst den Bereichsführer Nord zur Entscheidungshilfe für das weitere Vorgehen angefordert. Es handelte sich um einen ca. 16m hohen vierstämmigen Ahorn mit einem Gesamtstammdurchmesser von 65cm.

Die Einsatzstelle war lagebedingt mit Hubrettungsfahrzeugen nicht zu erreichen und kein natürlicher Festpunkt vorhanden. Nach Eintreffen und kurzer Erkundung mit dem BERF wurde die FF Eppendorf mit technischem Spezialgerät, wie Anschlagmittel samt Erdanker mit großen Erdnägeln zu Sicherungszwecken nachgefordert. Der am Stammfuß massiv aufgerissene Baum drohte auf bewohnte Lauben in einem KLGV zu fallen. Es bestand die Gefahr des unkontrollierten Umstürzens.

Die Stämme wurden sukzessive über tragbare Leitern angeschlagen, danach mit der Kettensäge angesägt und über den Greifzug mittels dem gesetzten Erdanker umgezogen. Weitere Schäden konnten erfolgreich verhindert werden. Insgesamt waren wir inklusive Reinigungsmaßnahmen ehrenamtlich über 3,5 Std. im Einsatz.

Bilder mit freundlicher Genehmigung von FPH.

 

Der LIMA/GA erreicht bei voll ausgefahrenem Teleskopmast eine Höhe von 9 m ab Erdboden und ist abgestützt bis Windstärke 11 Bft. einsetzbar. Die gesamte Aufnahmebrücke der 6 Scheinwerfer (2x Halogenflutlichtbreitstrahler mit je 1500W, 4x Halogenmetalldampflampen je 1000W) ist um 350° horizontal und 180° vertikal schwenkbar, wovon zwei Brücken unabhängig voneinander nochmals um 90° nach außen drehbar sind. Dadurch ist es möglich z.B. große Flächen am Boden sowie eine Hochhausfassade gleichzeitig auszuleuchten.

An der Technik- und Umweltwache (F32) wurden 2009 mit dem Feuerwehrkran Liebherr LTM 1060/2 drei Versuche gemacht:
1.) Wie ist eine optimale Ausleuchtung in der Fläche durch den LIMA/GA an Einsatzstellen mit Kranbetrieb bei ausreichender Fläche umzusetzen?
2.) Wie ist eine optimale Ausleuchtung durch den LIMA/GA an Einsatzstellen mit Kranbetrieb bei begrenzter Fläche unter Berücksichtigung der Aufstellfläche des FWK umzusetzen?
3.) Wie ist eine optimale Luftverlastung bzw. Kranfähigkeit mittels welcher eigenen Anschlagmittel für den LIMA/GA innerhalb kürzester Zeit für eine Sonderlage umzusetzen?
 
Ergebnisse:
1.) Eine optimale und großflächige Ausleuchtung mit einer Tiefenwirkung von 30 Lux Lichtleistung kann ohne Verlust auf einer Fläche von ca. 40x40m abgegeben werden. Für den Kranbetrieb bei Dunkelheit entsteht ein blendfreies Arbeitslicht. Je höher die Lichtpunkthöhe, desto geringer die Schattenzone und größer die Ausleuchtungsbreite.
2.) Eine optimale Ausleuchtung ist sowohl im Nah- als auch Fernbereich möglich.
3.) Eine Kranfähigkeit durch den FWK ist technisch gemäß AVS Aggregatebau in kürzester Zeit mit eigenen Anschlagmitteln realisierbar. Es ist möglich den LIMA/GA auf eine andere Ebene (z.B. Parkdeck, Schiffsdeck, Schwimmponton) zu heben, wo keine natürliche oder bauliche Zuwegung vorhanden ist, um dort zur Energieversorgung oder Ausleuchtung eingesetzt zu werden.

 

Für bestimmten spezielle technische Einsatzlagen, wie bei Gebäude-, Wand- oder Deckeneinstürzen ist das sogenannte „breaking & breaching“ erforderlich. Letzteres bezeichnet das technische Eindringen in Gesteins- bzw. bauliche Strukturen.

Beim Technischen Zug werden für diese Sonderlagen u.a. elektrische Bohr-, Schlag- und Abbruchhämmer, aber auch Trennschleifer mit Spezialtrennscheiben für den Naß- und Trockenschnitt in Beton vorgehalten.

Die Bohr- und Schlaghämmer haben zwei verschiedene einsatztaktische Funktionen:

Mit der „Schlagfunktion“ können u.a.
- Wand- und Mauerdurchbrüche durchgeführt werden,
- Trümmer aus Natur- und Kunststeinen, wie Mauerwerk oder Beton zerkleinert werden.

Hierfür stehen sog. Flach-, Spitz- und Hohlmeißel bzw. Kanalmeißel in verschiedenen Stärken und Längen bis 550mm Länge zur Verfügung.

Mit der „Bohrfunktion“ können z.B. Bohrlöcher für
- den Einsatz von Spaltwerkzeugen für die Öffnung in Wänden zur technischen Rettung von Personen geschaffen werden,
- die Zuführung von Frischluft nach Wand- oder Gebäudeeinstürzen (z.B. bei versperrten Räumen),
- Öffnungen von Endoskop- oder Snake-Eye-Kameras zur Erkundung,
- die Brandbekämpfung bei Schwelbränden in Wänden, zum Einbringen von geeignetem Löschmittel oder Netzmittel über wasserführende Armaturen,
- den Einsatz von Löschnägeln, wie z.B. bei Dehnungsfugenbränden,
- die Schaffung von Verankerungsmöglichkeiten in Mauerwerk und Beton dienen.

Hierfür stehen Bohrer in verschiedenen Stärken und Längen zu Verfügung, darunter sog. Hammerbohrer und Spiral- bzw. Wendelbohrer mit Eindringtiefen bis zu 800m.

Die Abbruchhämmer sind hingegen speziell für Deckendurchbrüche geeignet.

      

      

Hamburg-Eimsbüttel, Personen verschüttet, 18.03.2020

Am frühen Mittwochnachmittag wurde die FF Eppendorf mit dem gesamten Technischen Zug erneut mit diversen weiteren Einsatzkräften zu einer verschütteten Person alarmiert. Gemeldet war ein Tiefbauunfall im Stadtteil Eimsbüttel. Ein Arbeiter war nach Aufgrabungsarbeiten in ca. 3m Tiefe direkt an der Hauswand bis zum Hals verschüttet. Die Einsatzstelle befand sich in einem Hinterhof und war nicht mittels DLK oder Saugwagen zu erreichen. Wir waren mit 16 Einsatzkräften vor Ort, um personal- und materialintensiv eine Abstützung des Grabenverbaus, Ausgrabungen auf engstem Raum und weitere Sicherungsmaßnahmen gegen Abrutschen und Nachsacken, u.a. mittels Bodenplatten, Pallhölzern, Windenstützen und sog. Grabentafeln durchzuführen.

Zudem wurden zwei hydraulische Rettungsgeräte eingesetzt und ein Rollgliss über eine 3-tlg. Steckleiter mit Rettungswindel als Redundanz für eine technische Rettung vorbereitet. Nach ca. 2 Std. intensiver Rettungsarbeiten und Ausgrabungen mit Klappspaten auf engstem Raum, konnte der Arbeiter durch die anwesenden Einsatzkräfte gerettet und an den Notarzt des RTH Christ. 29 übergeben werden. Insgesamt waren wir inkl. Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft rund 4 Std. im Einsatz.

      

    

Mit freundlicher Genehmigung von Marco Zitzow, Michael Arning, Sebastian Peters

Pressebericht der Feuerwehr Hamburg: https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/82522/4550468

Hamburg-St. Pauli, Einsturz, 17.03.2020

Am Dienstagnachmittag wurde der TZ Eppendorf mit diversen weiteren Einsatzkräften in den Stadtteil St. Pauli alarmiert, ein Baugerüst und Teile der Fassade eines Neubaus waren eingestürzt und hatte 2 Arbeiter unter sich begraben. Wir waren mit einer Stärke von 18 Einsatzkräften und allen Fahrzeugen samt Anhänger knapp 3 Std. vor Ort personal- und zeitintensiv im Einsatz.

Zum Teil waren wir unter Lebensgefahr bei der Menschenrettung und Bergung eingesetzt, hier mussten u.a mit hydraulischem Rettungsgerät Trümmer weg gespreizt werden und mittels Trennschleifer unter schwerem Atemschutz eine Versorgungsöffnung für den Rettungsdienst durch 5-fach Sicherheitsverglasung geschaffen werden. Eine Person konnte lebend gerettet werden. Bereits an der Einsatzstelle wurde vor dem Abrücken eine konsequente Hygieneprävention umgesetzt.

Nach Rückkehr am FWH mussten wir noch weitere umfangreiche Reinigungs- und Instandsetzungsarbeiten durchführen. Insgesamt waren wir rund 5 Std. im Einsatz. 

      

Bilder mit freundlicher Genehmigung von Marco Zitzow, Michael Arning.

Pressebericht der Feuerwehr Hamburg: https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/82522/4550468

Hamburg-Dulsberg, LKW-Unfall, 09.03.2020

Am frühen Montagnachmittag wurde der Technische Zug der FF Eppendorf mit diversen weiteren Einsatzkräften in den Stadtteil Dulsberg alarmiert, ein Sattelzug sollte verunfallt und der Fahrer eingeklemmt sein. Die Einsatzkräfte der FuRW23 aus Barmbek waren schnell vor Ort und konnten Entwarnung geben. Somit waren wir dort nicht mehr erforderlich.

Hamburg-Niendorf, Baum, 13.03.2020

Am Freitag gegen kurz nach 16:00 Uhr wurde die FF Eppendorf mit Kettensägen und Anschlagmitteln in den Stadtteil Niendorf alarmiert. Die anwesenden Einsatzkräfte samt Zugführer von der FuRW15 aus Stellingen hatten uns wegen zwei Fichten in schwieriger Lage nachgefordert. Eine ca. 12m hohe Fichte war in eine zweite ca. 18m hohe Fichte gefallen und beide Bäume drohten auf ein Einzelhaus, parkende PKW und auf den Fußweg zu stürzen. 

Der Wurzelteller bei dem größeren Baum war bereits frei. Zusammen mit der nachgeforderten DLK der FuRW Stellingen konnte der dieser mittels Kettensäge entastet und partiell nach unten abgetragen werden. Die Gefahr konnte behoben werden. Die Sägemaßnahmen dauerten ca. eineinhalb Stunden. Gegen kurz nach 19:00 Uhr war die Wehr wieder vollständig einsatzbereit.

    

Bilder mit freundlicher Genehmigung von T. Knoop und FFH.

 

Titel-Banner mit freundlicher Genehmigung von Michael Arning